Führung

In jeder Führungskraft sollte ein Künstler stecken

Wir alle kennen die positiven Reaktionen, die wir haben, wenn wir uns die Bilder von fernen Ländern und Städten im Reisemagazin ansehen oder die tolle Einrichtung aus dem Wohnmagazin oder uns der angepriesene Lifestyle aus Film oder Werbung inspiriert. Gemeinsam ist allen Beispielen, dass sie uns eine klare Vorstellung eines Wunschzustandes oder Ziels vermitteln, nach dem wir streben oder mit dem wir uns identifizieren können. Es ist die Kraft des Bildes, die in uns Emotionen hervorruft, die uns wiederum zum Handeln bringen: Ich will unbedingt zu Weihnachten nach New York; genauso ein Wohnzimmer wünsche ich mir; ich möchte aus meiner Komfortzone raus und einfach mal was neues ausprobieren.

Wenn wir also wissen wie sehr uns diese visuellen Reize in Bewegung setzen, uns motivieren, und Antrieb geben, warum setzen wir sie dann nicht auch in unserer Arbeit ein? In vielen Unternehmen werden todo-Listen, Projektpläne oder Arbeitspakete nach Schema F abgearbeitet und verbreiten in den meisten Fällen alles andere als Spass und Begeisterung. Schauen Sie sich hingegen junge Firmen oder Startups an, dann werden Sie feststellen, dass die unternehmerische Dynamik dort eine ganz andere ist. Woran liegt das? Diese Firmen haben eine Vision, ein Zukunftsbild, das sie erreichen wollen, das Begeisterung hervorruft und mit dem sich die Mitarbeiter identifizieren können. Dieselben Mitarbeiter müssen ebenfalls komplexe Projektpläne und Arbeitspakete wegarbeiten, allerdings haben sie das Zielbild vor Augen und wissen, was sie durch ihre Arbeit erreichen werden. 

In Gesprächen mit Führungskräften frage ich häufig, was sie erreichen wollen und wie der Idealzustand aussieht. Oftmals beschreiben sie mir Initiativen, Projekte oder Maßnahmen, die sie umsetzen wollen. Das sind alles Inputs, die sicherlich sinnvoll sein mögen, aber sie geben mir keine klare Vorstellung von dem ganzen, das erreicht werden soll: Dem Zielbild. Ich bohre also nach um herauszufinden, wie zum Beispiel der Kundenservice, das Produktportfolio oder die Unternehmenskultur zukünftig aussehen wird. Was soll der Kunde wahrnehmen und erfahren, wie sieht die interne Zusammenarbeit aus? Wir fangen an, ein Bild zu malen, das durch Fragen, Ideen und einer Portion “Wunschdenken” (“Think Big”) konkreter und klarer wird. Genau hier ist es als Führungskraft wichtig, kreativ und wie ein Künstler in der Lage zu sein, ein Zielbild aufzubauen. Je genauer und konkreter, desto besser. Steht das Zielbild, ist es erfahrungsgemäß einfach, es an die Mitarbeiter zu kommunizieren und somit Motivation und Begeisterung hervorzurufen. 

Tip: Nehmen Sie sich ein Projekt, einen Initiative oder strategisches Ziel, an dem Sie derzeitig arbeiten und fragen Sie sich, warum es erreicht werden soll und wie das Ergebnis, das Zielbild aussieht. Wenn Sie keine konkrete Antwort finden, empfehle ich Ihnen, Zeit zu investieren, um Klarheit darüber zu bekommen.

 

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